Das nächste Treffen


Stammtisch
on 30.06.2017 at 19:30

 

Übersetzung

 

Ausflug des Schildkrötenstammtisch Rhein-Main in den Aquazoo-Löbbecke Museum in Düsseldorf

 

Text:   Petra Michaela Kirchmayer und Michael Nagel

Bilder: Schildkrötenstammtisch Rhein-Main

 

 

Allerguten Dinge sind drei und so ging es am Sonntag, den 14.03.2010, um 8.30 Uhr nach pünktlichem Eintreffen aller Teilnehmer auf große Fahrt nach Düsseldorf. Unser dritter gemeinsamer Ausflug in die Welt der Reptilien, Amphibien, Fische, Insekten und Säuger erfolgte diesmal wieder gemeinsam in einem Bus, so daß jeder bei dieser etwas längeren Fahrt entspannt ankommen und man unterwegs locker und ungezwungen miteinander ins Gespräch kommen konnte.

 

Unser diesjähriges Ziel war der Besuch des Aquazoo-Löbbecke-Museums. Los ging es im Aquazoo ca. um 11.30 Uhr mit der Spezialführung durch die Stellvertretende Direktorin Sandra Honigs, deren Zuständigkeit in erster Linie den Landbereich umfaßt.

 

Zuerst hörten wir ein paar einführende Worte zum Aquazoo, seiner Geschichte sowie seinen Aufgaben und Zielen.

 

 

 

 

So erfuhren wir, daß das Aquazoo-Löbbecke-Museum aus einem Zoo und dem Löbbecke-Museum hervorgegangen ist., beides wurde 1930 räumlich zusammengelegt und im 2. Weltkrieg zerstört. Die Sammlung des Löbbecke-Museums konnte gerettet werden. Daraus hervor ging ein Naturkundemuseum mit Aquarium, das 1987 in das heutige Gebäude umzog.

 

Aufgabe und Ziel des Aquazoos ist die Erhaltung bedrohter Arten und die wissenschaftliche Dokumentation. Außerdem arbeitet der Aquazoo bei verschiedenen Projekten des Natur- und Artenschutzes mit.

 

Der Blick hinter die Kulissen verdeutlichte den ganzen Aufwand, der betrieben werden muß, um Terrarienanlagen, Aquarien usw. und deren Bewohner artgerecht zu pflegen.

Was wir ja alle von unseren Pfleglingen zu Hause kennen, hat hier dementsprechend andere Dimensionen.

Ein Blick hinter die Kulissen der Reptilienabteilung sowie des Lebensraums Süßwasser und des Lebensraums Meerwasser, aber auch der Zutritt zu dem Löbbecke Museum standen auf unserem Programm.

 

Im Aquazoo leben

450 Tierarten in

80 Aquarien mit insgesamt 613.000 Litern Wasser,

63 Terrarien und Insektarien sowie

der Tropenhalle.

 

Zuerst ging es hinter die Kulissen der Terrarienabteilung. Um beispielsweise das Handling mit den kleineren Terrarien zu vereinfachen, können diese komplett mit wenig Kraftaufwand von der Besucherseite weggeschwenkt werden. So können die Terrarien im Hintergrund in Ruhe gereinigt oder die Tiere gefüttert werden.

 

 

 

 

Ein weiterer Vorteil ist das Vorhandensein zweier Glasscheiben, nämlich die Terrarienscheibe selbst und das Sichtglas zum Besucher. Dieser klopft ja gerne mal an die Scheibe, aber hier nur mit „abgedämpftem“ Erfolg.

 

Hinter den Kulissen sind auch Zuchtgruppen zu finden, die zur Paarung der Ruhe bedürfen und hier nicht dem Publikumsstreß ausgesetzt sind. Auch besondere Tiere sind hier vor Diebstahl geschützt.

 

 

 

 

 

 

Anschließend wurde uns die dem Besucher verborgene Technikwelt der Meerwasser-, dann der Süßwasseraquaristik gezeigt. Hier sahen wir die Aquarien aus der Vogelperspektive mit ihrer imposanten Beleuchtungstechnik.

 

 

 

 

Links im Bild sieht man eine der in den Gängen hängenden Tafeln mit Farbcodierungen der Schaltzeiten – beispielsweise die Robbenanlage über Dämmerungsschalter von 7 – 19 Uhr oder auch die Schaltzeit der UV-Brenner von 11 – 12 Uhr. Die rechte Seite zeigt Ausschnitte aus dem Filtersystem.

 

 

 

 

Weiter ging es zum „Herz“ des Aquazoos, den der Normalbesucher nicht zu Gesicht bekommt, dem Filterraum. Riesige, mehr als mannshohe Filtertürme, Abschäumanlagen für die Meerwasseraquaristik und Reservewassertanks, Pumpen usw. füllten einen ganzen Raum. Für die Wartung und Reparatur werden hauseigene Handwerker und Techniker beschäftigt, die mit den technischen Anlagen vertraut sind, denn lange Ausfälle einer dieser Anlage kann man sich hier nicht leisten.

 

 

 

 

 

 

Einblicke in die Futtertierzucht

 

 

und den Spinnenraum ergänzten den Rundgang. Hier lauerte die eine oder andere Spinne frei im Raum in ihrem Netz auf Beute. Wer mochte – oder besser gesagt mutig genug war –, durfte ein Lebendes Blatt oder eine Spinne auf die Hand nehmen.

 

 

 

 

Zum Schluß ging es noch ins Löbbecke Museum. Dessen historischer Teil der Sammlung, beispielsweise 250.000 Gehäuse von Mollusken, wurde von dem Apotheker Carl Heinrich Wilhelm Theodor Löbbecke zusammengetragen. Dessen Witwe übergab die Sammlung 1901 an die Stadt Düsseldorf.

 

 

 

 

Weitere Sammlungen wurden angekauft, wie beispielsweise:

 

Geowissenschaftliche Sammlungen

Eierschalen-Sammlung

Pflanzensammlung

Trophäen-Schädel-Skelett-Sammlung

 

Besonders letztere war für die meisten von uns sehr interessant. Einige Exponate von Schildkröten konnten bestaunt werden:

 

Schmuckschildkröten

Dosenschildkröten

Tropfenschildkröten

Köhlerschildkröten

Sternschildkröten

Riesenschildkröten 

 

 

 

 

und andere mehr, aber auch „eingelegte“ Haiköpfe, Krokodile, Geweihe und und und ...!

 

Damit endete dann die interessante ca. 2-stündige Spezial-Führung hinter die Kulissen, die uns Sandra Honigs in gewohnt lebendiger Art sehr kurzweilig angedeihen ließ. Zum Abschluß wurde unsere Schildkröte zugunsten des Spendenfrosches des Aquazoos geleert, der leider gerade nicht zur Hand war. Daher mußte ein Karton für unsere Spende herhalten, während die größeren Scheinchen im Umschlag gereicht wurden, ließ Udo das Kleingeld heftig klingeln, als er es in den Karton füllte.

Die Spende geht an das Projekt zum Schutz ausgewählter Amphibienarten der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem Aquazoo Düsseldorf in Kooperation mit der Stiftung Artenschutz Düsseldorf. Durch die Zucht exotischer Froscharten, sollen diese vor dem Aussterben gerettet werden. Unsere Spende wird wahrscheinlich dem Titicaca Riesenfrosch aus dem Titicaca See in Peru zu Gute kommen.

 

Nach einer unterhaltsamen, Magen füllenden Mittagspause hatte jeder noch Zeit, den Aquazoo von „vorne“ zu sehen.

 

Natürlich gab es neben Süß- und Meerwasserfischen, Eselspinguinen, Weißbüscheläffchen, Zwerg-Mangusten, Gundis, Agutis, verschiedenen Krokodilarten, Waranen, Fröschen, Kröten

 

 

 

 

auch lebendige Schildkröten zu sehen:

 

Braune Waldschildkröten (Manouria emys)

Leopardschildkröten (Geochelone pardalis)

Strahlenschildkröten (Geochelone radiata)

Köhlerschildkröten (Chelonoidis carbonaria)

Spaltenschildkröte (Malacochersus tornieri)

Fransenschildkröten (Chelus fimbriatus) 

 

 

 

 

Beim Weg durch die Tropenhalle mit einer Lufttemperatur von 25 °C und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 90 % kam man ins Schwitzen. Nicht nur ein Fluß durchfließt die Tropenhalle, sondern hier regnet es auch mehrmals am Tag mit speziell aufbereitetem Wasser. Zu sehen war hier nicht nur ein kleiner „Tropenwald“ mit Nutzpflanzen wie Bambus, Bananen, Kaffee und insbesondere auch farbenprächtigen Orchideen, sondern hier sind auch Krokodile wie beispielsweise Stumpfkrokodile, Papua-Warane und Krallenäffchen beherbergt.

 

 

 

 

Müde und mit vielen neuen Eindrücken ging es gegen 16.15 Uhr schließlich wieder Richtung Raunheim, von wo aus um 19 Uhr jeder seine Heimreise antrat.

 

 

Wer mehr über die Kombination Aquazoo und Museum und dessen Geschichte erfahren möchte, klickt bitte folgenden Link an:

Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf

 

Hier noch der Link zu den Projekten der Stiftung Artenschutz Düsseldorf.