Das nächste Treffen



Übersetzung

 

Ausflug des Schildkrötenstammtisch Rhein Main in den Allwetterzoo Münster mit Besichtigung des Internationalen Zentrums für Schildkrötenschutz (IZS)

 

 

Text:   Michael Nagel
Bilder: Mitglieder des Schildkrötenstammtisch Rhein-Main

 

 

Es ist Samstag der 12. April 2008 um 5 Uhr 45, als die ersten der 22 Teilnehmer unseres Ausflugs - meist etwas verschlafen - sich vor unserer Stammtischkneipe “Zum Bembelsche“ in Raunheim einfinden. Für Einige mitten in der Nacht, für Andere Normalzeit zum Aufstehen.

 

Trotz teilweise noch größerer Anfahrtswege sind alle pünktlich und es geht um kurz nach sechs los. Die Fahrt wird mit nachzuholendem Schönheitsschlaf, lesen oder natürlich fachsimpeln über Schildkröten verbracht. Mit zwei Pausen und der etwas verlangsamten Fahrt - wir wollten den Bus der Stadtgruppe Büdingen aufholen lassen - kommen wir dann gegen halb elf im Allwetterzoo an.

 

Nachdem alle Eintrittsformalitäten erledigt sind, geht es direkt zum IZS, wo wir von Elmar Meier, dem Leiter des Zentrums noch mal für 30 Minuten vertröstet werden. Die Anlage muss noch etwas herausgeputzt werden. (grins)

 

Dass dies nicht unbedingt ein Vergnügen ist, bekommen wir beim Eintritt zu spüren.

 

Die ersten Klamotten fallen dann auch bei 35°C und 90% Luftfeuchtigkeit.

 

 

Das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz hat es sich hauptsächlich zur Aufgabe gemacht:

  • bedrohte, vor der Ausrottung stehende asiatische Schildkröten zu vermehren, um zumindest in Menschenhand die Art der Nachwelt zu erhalten
  • stabile Populationen zu züchten, um langfristig auszuwildern
  • Schutz der Habitate vor Ort als Gemeinschaftsprojekt des Allwetterzoo Münster, der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V.( ZGAP) und der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V. (DGHT)
  • Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, um auf die Problematik hinzuweisen

Um überhaupt einen zuchtfähigen Bestand an Tieren zu bekommen, wurden Schildkröten aus ganz Europa zusammen gesammelt, vor allen Dingen aus Zoos, aber auch viele aus privater Hand.

Elmar Meier, der Initiator und Leiter des IZS, selbst renommierter Züchter asiatischer Schildkröten (eine Unterart der Dreistreifen-Scharnierschildkröte wurde nach ihm benannt - Cuora cyclornata meieri) stellte auch seine wertvolle Sammlung zur Verfügung.

 

 

Bei der 50minütigen Führung bekamen wir dann Schildkröten zu sehen wie

 

- Hinterindische Scharnierschildkröte (Cuora galbinifrons)

- McCords Scharnierschildkröte (Cuora mccordi)

- Gelbrand-Scharnierschildkröte (Cuora flavomarginata)

- Dreistreifen-Scharnierschildkröte (Cuora trifasciata)

- Vier-Pfauenaugen-Sumpfschildkröte (Sacalia quadriocellata)

- McCords Schlangenhalsschildkröte (Chelodina mccordi)

- Flache Erdschildkröte (Heosemys depressa)

- Chinesische Rothalsschildkröte (Chinemys nigricans)

- Goldkopfschildkröte (Cuora aurocapitata)

und noch andere.

 

 

Insbesondere bei der zuletzt genannten Art konnte man sich einen handfesten Eindruck davon machen - im wahrsten Sinne des Wortes - was es heißt, wenn eine Tierart kurz vor der Ausrottung steht. Wir Teilnehmer durften Nachzuchten der Goldkopfscharnierschildkröte in die Hand nehmen.

 

Wenn man jetzt noch weiß, dass ein Tier auf der Hand circa 0,5 - 1,0 % der Weltpopulation bedeutet, ist das schon beeindruckend.

 

 

Demonstriert wurde auch schön, wie sich die Scharnierschildkröten bei Gefahr verschließen.

 

 

Geschlechtertrennung, insbesondere aber auch Einzelhaltung generell, sind der Schlüssel zum Erfolg beim Züchten von „Asiaten.“ Die Tiere werden nur zur Paarung zusammengeführt und das schonend über herausnehmbare Trennscheiben in ihren Terrarien.

 

Da auch viel Besuchertrubel die Tiere stören würde, finden generell nur angemeldete Führungen statt und diese auch nur wenige Male im Jahr.

 

Die Station kann nur durch Sponsoren, Spendengelder und ehrenamtliche Arbeit überleben. Auch Elmar Meier und seine Mitarbeiter sind keine bezahlten Angestellten des Zoos.

 

Am Ende unserer Führung überreichten Petra Michaela und Udo dann einen Scheck in Höhe von 250 €. Dieser Betrag war unsere Spende an die IZS.

 

 

 

Den Rest des Nachmittags konnte jeder für sich oder in kleinen Grüppchen gestalten.

 

Das Delfinarium war hier ein kleines Highlight, aber auch der Zoo an sich war sehr schön strukturiert und die Anlagen waren sehr geräumig.

 

 

Durch die Ausstrahlung der Zoogeschichten im Fernsehen wurden dann auch hier und da Pfleger und Tiere wieder erkannt.

 

Außer den Schildkröten im IZS beherbergt der Zoo noch Köhler- und Sternschildkröten.

 

 

 

 

Auch die Heimreise gestaltete sich stau- und stressfrei, wobei noch mal explizit darauf hingewiesen wurde, dass der Stammtisch eigentlich nur durch die 3 € Eintritt bei entsprechender Teilnehmerzahl überleben kann, da Referenten, Material etc. eine Menge Geld kosten.

 

Außerdem wurde noch auf die Grillfeier, die dankenswerterweise bei Familie Müller aus dem Main-Taunus Kreis am 26.07.08 stattfindet, aufmerksam gemacht.

 

Um halb neun schließlich kamen wir von einem schönen Erlebnis, aber auch sichtlich erschlagen nach Raunheim zurück, von wo aus jetzt jeder seine Heimreise antrat.

 

Wer noch weitere Informationen haben möchte

 

http://www.biocity-muenster.de/

http://www.wgfa.de/

 

Hier geht es zur Bildergalerie der Zuchtstation.

 

Und hier gibt es weitere Zoobilder: Bildergalerie