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Stammtisch
on 30.06.2017 at 19:30

 

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Emys-Update Januar 2013 – Rückblick und Vorschau auf das Jahr 2013 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kollegen und Unterstützer der hessischen AG Sumpfschildkröte,
 
ein erfolgreiches Jahr liegt hinter uns, und ein ebenso erfolgreiches hoffentlich vor uns. Dieses Emys-Update ist daher gleichermaßen Rückblick auf das vergangene Jahr wie auch Vorausschau auf das neue Jahr 2013.
 
Im vergangenen Jahr war es uns wieder möglich, zahlreiche Jungtiere im NSG und FFH-Gebiet Kühkopf-Knoblochaue und an der renaturierten Nidda auszuwildern. Mehrere allochthone Tiere konnten zudem in das Enkheimer Ried umgesiedelt werden.
 
Ein Fachgutachten zur Situation von Emys orbicularis in Hessen konnte im Auftrag der FENA fertig gestellt werden und auch die Öffentlichkeitsarbeit mit Vorträgen, Fernseh- und Radiobeiträgen und mehreren Berichten in den Zeitungen verlief mehr als zufrieden stellend.

Schon der Start im Februar 2012 mit einem zusammenfassenden Vortrag über das Projekt und den gegenwärtigen Stand im Bürgerhaus Bad Vilbel (auf Einladung des Naturschutzfonds Wetterau) war vielversprechend: trotz zeitgleichen Fußballländerspiels war der Saal mit über 50 Schildkrötenfreunden voll besetzt - in der Wetterau hat die Sumpfschildkröte eben auch immer ein Heimspiel ;-))
 
Besonderes Highlight 2012 ist der sehr erfolgreiche Fernsehbeitrag für das ARD-Wissenschaftsmagazin „W wie Wissen“. Er wurde für eine Themen-Schwerpunktsendung „Die Letzten ihrer Art“ erstellt, eine Gemeinschaftsproduktion mehrerer ARD-Landesanstalten. Zusammen mit Beiträgen über den Schutz von Bartgeier, Grottenolm und Feldhamster wurde unser Projekt zur Rettung der Sumpfschildkröte portraitiert. Tatsächlich war die Vorbereitung äußerst gründlich und auch für die Aufnahmen wurden mehrere Drehtage aufgewendet, so dass sie sehr sorgfältig durchgeführt werden konnten, teils im Zoo Frankfurt und teils im Freiland. Die Aufnahmen zur Freilassung einiger Tiere entstanden an der renaturierten Nidda, da das Regierungspräsidium Darmstadt Dreharbeiten im NSG „Kühkopf-Knoblochsaue“ ablehnend gegenübersteht. So kam die renaturierte Nidda nach den „Flußgeschichten…“ in kurzer Zeit zum zweiten Mal mit den Sumpfschildkröten ins Fernsehen. 
 
Nach der Ausstrahlung in der ARD wurde die Sendung in den Landessendern wiederholt und im Internet online gestellt, wo man sie heute noch anschauen kann:
 
Hier die Links zu den Fernsehberichten über das hessische Artenschutzprojekt Sumpfschildkröte:
 
Link zur ARD-Sendung W wie Wissen „Die Letzten ihrer Art“ (mit Beitrag zur hessischen Sumpfschildkröte) vom 30.09.2012.
 
Direktlink zum Video „Sumpfschildkröte – Willkommen zurück“ aus ARD W wie Wissen (ca. 5:20 Min).
 

 
Die "Flussgeschichten von der Nidda" wurden schon im Sommer 2011 gedreht und im Februar 2012 vom Hessischen Rundfunk ausstrahlt. Der Beitrag zählt zu einer Reihe von hessischen "Flußgeschichten...". Er ist 44 Min lang)
Link zur Sendung vom 14.02.2012, thematisiert stark die Renaturierung und portraitiert den Gewässerökologen Gottfried Lehrund und enthält einen kurzen Beitrag über unser Emys-Schutzprojekt.

 
Zahlreiche durchweg positive Rückmeldungen erreichten uns zur Sendung der ARD. Intern aus dem Sender hörten wir auch, dass die anderen beteiligten Landesanstalten vom Sumpfschildkröten-Beitrag sehr angetan waren. Unser Beitrag hat deshalb für Projekte in den anderen Bundesländern die positive Auswirkung, dass die dortigen Journalisten für das Thema Sumpfschildkröte nun aufgeschlossen und positiv eingestimmt sind. Natürlich erreichten uns in der Folge auch wieder bundesweit diverse Anfragen – von Einzelpersonen über Naturschutzgruppen bis hin zu Adelsfamilien mit umfangreichen Ländereien – ob man nicht jeweils dort einige unserer Sumpfschildkröten auswildern könnte … Zum Glück ist unser Konzept mit Auswilderungen nur in den ausgesucht besten Habitaten so schlüssig, dass sich bei einer derart begründeten freundlichen Absage niemand wirklich auf den Schlips getreten fühlt. Allerdings kosten die Anfragen eine ganze Menge Zeit.
 
Eine weitere Folge von Fernsehsendungen ist ein Ansteigen der Meldungen vermeintlicher „Sumpfschildkröten“ von verschiedensten Gewässern quer durch Deutschland durch Naturfreunde. Zum Glück können die meisten dieser Meldungen durch die Zusendung von Fotos per E-Mail recht gut beurteilt werden. 2012 entpuppten sich solche Fotos fast alle als Bilder diverser Zierschildkrötenarten. Für Hessen spricht dies dafür, dass unsere Erfassung der vorhandenen Emys-Bestände bisher schon recht gut gelungen ist.
 
 
Gerade in den letzten Tagen erschien – basierend auf einem ausführlichen Interview - ein umfangreicher Beitrag über das Artenschutzprojekt Sumpfschildkröte im Kindermagazin des „Darmstädter Echo“, unter besonderer Berücksichtigung der Tiere am Reinheimer Teich und der Auswilderungen im NSG „Kühkopf-Knoblochsaue“.


So konnten wir 2012 ziemlich umfangreich über die Sumpfschildkröte und unser Projekt informieren.
 
In der Produktion befindet sich ein Infobeitrag für den Schulfunk des Hessischen Rundfunks (Kanal hr2). Er soll im Frühjahr 2013 ausgestrahlt werden.
 
 
Verlängerung der Genehmigungen
 
Da unser Vertrag und die damit verbundenen Genehmigungen nur bis zum Jahresende 2012 befristet waren, haben wir uns rechtzeitig um die Verlängerung desselben bemüht und diese auch erhalten. Der Vertrag wurde bis zum 2022 verlängert und gibt damit unserer Arbeitsgruppe und allen aktiven AG-Mitgliedern ein hohes Maß an Planungssicherheit für die Fortführung unserer Aktivitäten. Die im Gelände für uns Aktiven erhalten von uns eine Kopie.
 
 
Probleme bei der Nachzucht
 
Leider bekamen wir im Jahr 2012 Probleme in einem Bereich, der bisher relativ reibungslos verlief. Gleich aus mehreren Zuchtgruppen erreichten uns Hiobsbotschaften über den Verlust wertvoller Zuchttiere, teils durch Prädatoren (Fuchs, ggf. auch Waschbär), teils aus bisher noch ungeklärten Gründen.
 
Verschärft wird die Situation für uns Hessen noch dadurch, dass einige unserer Züchter auch Jungtiere an Partnerprojekte abliefern. Das freut uns einerseits ehrlich und aufrichtig, nicht zuletzt auch weil wir Hessen bei den Partnerprojekten kräftig Anschubhilfe leisteten. Andererseits erhalten wir selbst nur noch wenige Tiere für die geplanten Auswilderungen in Hessen – was natürlich etwas unbefriedigend für uns alle ist.     
 
Wir müssen daher die Themen „Nach- und Aufzucht“ bei unsere nächsten Besprechung, die voraussichtlich im Spätwinter / Vorfrühling stattfinden wird, in den Mittelpunkt stellen und nach Möglichkeiten suchen, unsere Nachzuchtquoten zu verbessern.
 
 
Neue Erkenntnisse über die hessischen Populationen  
 
In dem oben bereits erwähnten Artgutachten zur Situation der Sumpfschildkröte in Hessen konnten wir den aktuellen Kenntnisstand über die Verbreitung der Art in unserem Bundesland zusammentragen. Wir haben auch wichtige Erkenntnisse über die einzelnen Populationen, ihren Altersaufbau, das Geschlechterverhältnis, ihre Gefährdungssituation und vieles mehr darstellen können. Auch die Größe der Gesamtpopulation können wir jetzt in den einzelnen Gewässersystemen grob kalkulieren.
 
Nach der endgültigen Freigabe des Gutachtens durch Hessen-Forst FENA können wir dieses allen Interessierten als Datei zuschicken. Wir hoffen, dass dies im Laufe der nächsten Monate erfolgen kann. Wer Interesse an dem Gutachten hat, kann uns gern informieren. 
 
 
Auswilderungen 2013
 
Wie viele Tiere an welchen Standorten in diesem Jahr zur Auswilderung kommen werden, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Wir gehen aber davon aus, dass wieder ähnlich viele Tiere wie im Jahr 2012 in die Freiheit entlassen werden können.   
 
 
Die obligatorische Bitte zum Schluss!
 
Da Emys orbicularis als europäisch geschützte Art der FFH-Richtlinie einer regelmäßigen Monitoring-Ver­pflichtung gegenüber der EU-Kommission (FFH Artikel 17-Bericht) und alle hessischen Emys-Vorkommen einem „Total-Zensus“ unterliegen, sind alle Beobachtungen von Sumpfschildkröten – auch in unseren Wiederansiedlungs­gebieten – von großer Bedeutung.
 
Wir bitten Euch daher, uns über alle Funde und Sichtbeobachtungen und Hinweise per Telefon oder E-Mail (Wer?, Wann?, Wo?, Wie viele? und ggf. auch Infos, ob Alt- oder Jungtiere) zu informieren, damit wir diese Beobachtungen und Daten zusammenführen und auswerten können. Von Interesse sind natürlich auch Funde und Beobachtungen aus der Vergangenheit und insbesondere dem Jahr 2012.
 
Bitte leitet / leiten Sie dieses E-Mail auch an andere interessierte Sumpfschildkrötenfreunde weiter!
 
Für Rückfragen stehen wir Ihnen / Euch gerne zur Verfügung.

Mit den besten Grüßen
 
Sibylle Winkel (069 84849185) und Matthias Kuprian (0173 3751 580  oder  0611 815 1673)